Pressemitteilung: 12.000 Gesichtsvisiere für Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern

Bei Bedarf an Gesichtsvisieren melden Sie sich bitte per Formular bei uns. Bei anderen Anfragen schreiben Sie uns bitte eine Mail an coronahilfe[aet]wilap[.]de.

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Pressemeldung Potsdam, 10.04.2020

Kurzmeldung

In einer gemeinsamen Aktion stellt ein Zusammenschluss von Maker-Initiativen 12.000 Gesichtsvisiere für Pflegekräfte, Rettungsdienste und Ärzte aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin bereit. Damit decken sie dringende Bedarfe, denen derzeit nur ungenügend entsprochen werden kann.

Medizinische und Pflegeeinrichtungen, sowie Personen, die ohne nötige Schutzausrüstungen in den genannten Bereichen arbeiten, sind aufgerufen, sich kurzfristig unter den unten angegebenen Kontaktadressen zu melden. Wer die Aktion unterstützen möchte, kann an die ehrenamtlich arbeitenden Initiativen spenden.

Langversion

In einer gemeinsamen Aktion verteilen verschiedene Offene Werkstätten, FabLabs und Makerspaces aus Brandenburg und Berlin 12.000 Gesichtsvisiere.

Diese Visiere werden über Atemschutzmasken getragen und stellen einen zusätzlichen Schutz dar, da sie undurchlässig sind für virushaltige Tröpfchen und dadurch nicht nur Mund und Nase, sondern auch den Augenbereich abdecken. Ausserdem verhindern sie das unbeabsichtigte Berühren mit den eigenen Händen. Deshalb sind derartige Gesichtsvisiere heute Teil der Standardschutzausrüstung bei potenziellem Kontakt mit Covid19 Viren.

Innerhalb weniger Tage wurde ein dezentrales Produktions- und Designnetzwerk geschaffen: vom 3D-Design, über die Material-Beschaffung, der dezentralen Produktion aus in Haushalten und Offenen Werkstätten verteilten 3D-Druckern und Lasercuttern, bis hin zur Verteilung an Krankenhäuser, Arztpraxen oder Pflegestationen. Inzwischen wurde die Produktion um einen industriellen Spritzgussprozess ergänzt, der die Anzahl produzierbarer Visiere massiv erhöht hat. Bis zum Mittwoch, den 08.04., wurden bereits über 2000 Visiere an medizinische und Pflegeeinrichtungen verteilt.

Aufgrund des immer größer werdenden Bedarfs und Bestellungen jenseits der 25.000 Stück organisierten die Initiativen die Produktion mittels Spritzguss. Mit der Unterstützung von Unternehmen in Sachsen und Baden-Württemberg konnte so eine hohe Anzahl Visierhalterungen in kuerzester Zeit produziert werden.

Zum Osterwochenende sind die ersten 12.000 Gesichtsvisiere aus dieser Produktion in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern verteilt worden. Pflegekräfte, in Arztpraxen, Laboren und Apotheken Tätige, sowie alle Personen, die beruflich mit Covid-19 Erkrankten oder Risikopersonen in Kontakt kommen, können sich bei den Initiativen melden.

Sie erhalten ein modular aufgebautes Gesichtsvisier, dessen Einzelteile leicht desinfizierbar sind und bei Beschädigung leicht repariert und ausgetauscht werden können. Im Sinne des Open Source Gedankens kann das Modell stetig weiterentwickelt und auch in anderen Regionen produziert und angeboten werden.

Geschichte

Angefangen hatte die Initiative vor zwei Wochen an mehreren Orten in Brandenburg: Mitglieder des Verstehbahnhofs (Fürstenberg), des Wissenschaftsladens Potsdam e.V. und der Offenen Werkstatt in Spremberg begannen die international entwickelten Gesichtsvisiere nachzudrucken. Ausgangspunkt war ein Prototyp aus den Niederlanden, der als Open Hardware veröffentlicht, Stück für Stück adaptiert und angepasst wurde.

Nach dem Initialschritt der Werkstätten verbreitete sich die Idee der dezentralen Produktion durch das Netzwerk Offene Werkstätten Brandenburg, wodurch auch weitere Werkstätten in Brandenburg a.d. Havel, Cottbus, Lübbenau und Berlin mit der Produktion begannen. Inzwischen arbeiten die Werkstätten, jeweils als regionale Hubs organisiert, an der Produktion und Weiterentwicklung und haben bereits zahlreiche grosse und kleine medizinische und Pflegeeinrichtungen mit über 2000 Stück beliefert. Gleichzeitig wurden Kontakte über die Landesgrenzen hinaus zu Industriebetrieben und anderen Werkstätten hergestellt, um Lieferketten zu etablieren und den verteilten Produktionsprozeß zu beschleunigen. So konnte durch die Kunststoffschmiede Dresden, die Firma 1stMould und Bleher Folientechnik die Produktionsausbeute in den letzten Tagen massiv erhöht werden. Wir freuen uns nun, 12.000 weitere Menschen mit Schutzausrüstung versorgen zu können.

Die Situation offenbart die Schwächen des bisherigen Systems. Während reguläre Lieferketten zusammengebrochen sind und die Industrie sich nicht schnell genug an die neue Situation anpasst, springen dezentrale Werkstätten und Einzelpersonen (MakerVsVirus.org) in die Bresche, um die Versorgungslücke zu schließen. Staatliche Förderungen zielen aber ausschliesslich auf etablierte wirtschaftliche Strukturen, obwohl sie offensichtlich nicht schnell genug handeln können, um den akut vorhandenen Schutzbedarf decken zu können und die Krise zu meistern.

Hintergrund

Alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich, bisher ohne staatliche Unterstützung – das Material wird durch Spenden finanziert.
Spenden werden über den Verbund offener Werkstätten e.V. und die beteiligten gemeinnützigen Initiativen entgegengenommen.

Spendenkonto
Wissenschaftsladen Potsdam e.V.
IBAN : DE61 1203 0000 1020 5274 02
BIC : BYLADEM1001
Verwendungszweck: Corona-Hilfe-Brandenburg

Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden.

Beteiligte Makerspaces und Offene Werkstätten:

Spendenaufruf und weitere Informationen auf:
https://offene-werkstaetten-brandenburg.de/help/

Pressekontakte:

Für weitere Informationen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung:

++ Pressekontakt ++

Netzwerk offener Werkstätten Brandenburg

Martin Koll
0331 27360832
Mail:

Hilfe im Netzwerk – gemeinsam durch die Pandemie

Immer mehr Anfragen erreichen uns hier in der Potsdamer machBar auch aus anderen Brandenburger Gemeinden und Berliner Bezirken. Schaut bitte beim Netzwerk offener Werkstätten Brandenburg ob es auch in eurer Gegend ein FabLab oder Makerspace gibt, der euch unterstützen kann. In Berlin gibt es mit Cadus und dem xHain tolle Organisationen die helfen können.

2-3 Visiere (Faceshield/Spuckschutz) kurzfristig zu bauen ist kein Problem. Uns erreichen inzwischen aber auch Anfragen über 1000 Stück. Das können wir nur gemeinsam schaffen. Wenn ihre dringend Schutzvisiere (Spuckschutz) über die Feiertage braucht meldet euch aber bitte.

Vom Netzwerk offener Werkstätten Brandenburg gibt es eine Sonderseite zur Pandemie (www.now-bb.de/help).

Für Berliner und Menschen aus anderen Bundesländern ist makervsvirus.org sicher auch eine erste gute Vermittlungsstelle.

Danke der offenen Werkstatt in Spremberg und dem havellab in Fürstenberg für die Unterstützung!

 

Vielen Dank für eure überwältigende Hilfe!

10 neue Helfer drucken, entwickeln und testen seit Samstag mit uns, aus der machBar Potsdam die Gesichtsschilder für Potsdamer Ärzte, Pfleger und Angehörige.
Heute konnten wir dadurch kurzfristig die Materialnot im Bergmann Klinikum mit 100 Stück lindern.
Doch wir haben Großes vor! Helft mit!

Da wir gestern öfter gefragt wurden, hier nochmal unsere Paypal Adresse: info@wissenschaftsladen-potsdam.de

machBar – Vernetzung gegen COVID-19

Die aktuelle Situation stellt uns alle vor große Herausforderungen, ganz besonders jene, die im Gesundheitswesen tätig sind.

Wir aus dem Umfeld der machBar Potsdam wollen helfen und unsere Möglichkeiten nutzen, denen unter die Arme zu greifen, die täglich gegen die Pandemie arbeiten. Dazu braucht es neben konkreten Sachmitteln eine Koordinierung und Vermittlung von Bedarfen und Angeboten.

Das Problem:

  • PSA (Gesichtsschilde) werden mittlerweile nahezu überall händeringend gesucht
  • helfende Einzelpersonen kommen schnell an ressourcenbedingte Grenzen
  • Ankauf von Material wird zunehmend erschwert, da reguläre Verkäufer wenig Bestand haben; Großhändler verkaufen kaum an kleine Pflegedienste und Heime
  • Es werden horrende Preise verlangt

Unsere Idee:

Wir nutzen die 3D-Drucker der machBar und von uns zu Hause zur Herstellung von Gesichtsschilden, die wir dem Gesundheitswesen zur Verfügung stellen. Wir koordinieren entsprechende Angebote und bieten unsere Unterstützung bei der Materialbeschaffung und Herstellung an.

Was wir tun:

  • wir drucken, drucken und drucken
  • wir vernetzen und koordinieren
    • vom Entwurf
    • über die Materialbeschaffung, die Umsetzung/den Druck
    • bishin zur Auslieferung an Einrichtungen und Träger

Wen wir brauchen:

  • Maker/Leute die drucken
  • Organisationstalente

Was wir brauchen:

  • Drucker
  • Material (PETG Filament – 2,8 und 1,75, PET Folien in DIN A4 oder größer, Dicke 0.15 bis 0.5 mm )
  • Geldspenden zur weiteren Materialbeschaffung

Erste Schilde konnten wir bereits ausliefern und kooperieren hierzu bisher mit der AWO und dem St. Josefs-Krankenhaus Potsdam.
Der uns gemeldetet Bedarf liegt bei über 3000 Gesichtsschilden in Potsdam, unsere Produktion momentan bei ca. 100 Stück/Tag.

Wenn ihr helfen wollt und könnt, meldet euch bei uns!

Hier erreicht ihr uns:

Mail: coronahilfe@wilap.de
Telefon: 0331/28128911 (bitte den Anrufbeantworter nutzen)

Spenden:

Spenden sind über das Konto des gemeinnützigen Verein Wissenschaftsladen Potsdam e.V oder per Paypal (info[aet]Wissenschaftsladen-Potsdam[.]de möglich.

DKB

IBAN : DE61 1203 0000 1020 5274 02
BIC : BYLADEM1001

Druck von Gesichtsschilden für Potsdamer Krankenhäuser – Maker, 3D-Drucker & weitere Hilfen gesucht!

*++Zusammenfassung++*

Für den dringenden Schutz von Pflegepersonal im Umgang mit COVID-19 Erkrankten produzieren Potsdamer mit 3D-Druckern Gesichtsschilde. Um mehr Personen mit Gesichtsschilden ausstatten zu können, werden Firmen und Privatunternehmen aufgerufen ihre 3D-Drucker zur Verfügung zu stellen. Wer ungenutzte Kapazitäten hat, kann sich unter coronahilfe@wilap.de oder per Anrufbeantworter unter 033128128911 melden.
Gesucht werden auch Spenden für weitere Geräte und Material sowie Personen, die bei der Organisation unterstützen wollen.

Übergabe erster Gesichtsschilder an das DRK-Einsatzzentrum

Übergabe erster Gesichtsschilder an das DRK-Einsatzzentrum

*++Langversion++*
Die Gesichtsschilde können dabei von Krankenhauspersonal, das sich um COVID-19 Erkrankte kümmert, aber auch bei der Pflege und Behandlung von Verdachtspatienten bei Zahnärzten und in Alten- und Pflegeheimen genutzt werden. Auf dem freien Markt sind sie derzeit schwer zu beschaffen. Die Schilde bestehen dabei aus einem 3D-gedruckten Träger, einem Gummi und einer A4 Klarsichtscheibe die im Notfall im Schreibwarenhandel gekauft werden kann.
Das Modell lässt sich einfach zusammen setzen und per Sprühdesinfektion reinigen. Hitze von 70° vertragen die 3D-gedruckten Teile leider nicht. Entwickelt wurde es nach einer Idee aus Tschechien. Im Sinne des Open Source Gedanken wurde diese mit einer weltweiten Gemeinschaft von sogenannten Makern geteilt. Durch den Verzicht auf Urheberrchten war es möglich eine Potsdamer Version zu erstellen, die in unter 30 Minuten druckbar ist – einem Viertel der ursprünglich veranschlagten Zeit. Unterstützung für Kliniken, Wohnstätten und niedergelassene Ärzte kommt derzeit von Makern aus ganz Brandenburg. So produzieren Ehrenamtliche von Fürstenberg bis Spremberg solche Gesichtsschilde. Aber auch andere Hilfsmittel wie Mundschutz werden gedruckt, genäht und gelasert.  All  das wird über regionale Werkstätten organisiert, die auch “Makerspaces” und “FabLabs” genannt werden.
“Über das Netzwerk der offenen Werkstätten Brandenburg haben wir einen wichtigen Informationsaustausch. So können wir Methoden und Modelle der Hilfsmittel schnell teilen. Erste Anregungen für die Gesichtsschilde kamen z.B. von Aktiven aus Spremberg. Nun brauchen wir mehr Potsdamer mit 3D-Druckern.”
so Martin Koll von der machBar.

In Potsdam wird die Aktion von Ehrenamtlichen der machBar, einer Prototypen- und Erfinderwerkstatt im freiLand in der Nähe des Hauptbahnhofs, organisiert.

“Seit einigen Tagen erreichten uns immer mehr Anfragen, ob wir z.B. für die AWO oder das Josefs Krankenhaus solche Gesichtsschilde herstellen können. Da wir schon eine Weile daran tüfteln und eigene 3D-Modelle entwickelten, versuchen wir nun mit einer kleinen Serie zu helfen.”   (Martin Koll, machBar)

Wir haben haben es geschafft eine Tagesproduktion von ca. 100 Gesichtsschilden zu erreichen. Anfragen gibt es für über 3000 Stück allein in Potsdam. Daher brauchen wir jetzt jede verfügbare Unterstützung. Wer ungenutzte 3D-Druckkapazitäten hat, ist aufgerufen sich unter coronahilfe[aet]wilap[.]de oder per Anrufbeantworter unter 033128128911 zu melden. Gesucht werden auch Spenden für weitere Geräte und Material sowie Personen, die sich bei der Organisation beteiligen wollen.

Spenden können per
Paypal oder Bank unter dem Betreff “Corona Spende” getätigt werden.

Wissenschaftsladen Potsdam e.V.
IBAN : DE61 1203 0000 1020 5274 02
BIC : BYLADEM1001
DKB

Paypal: info@wissenschaftsladen-potsdam.de

Spendenbescheinigungen werden selbstverständlich auf Wunsch ausgestellt.

++ Wer wir sind?
Der gemeinnützige Verein Wissenschaftsladen Potsdam e.V. betreibt auf dem freiLand (Friedrich-Engels-Str. 22, 14473 Potsdam) die Prototypen und Erfinder Werkstatt machBar und das DIY-BioLabor bioPunk.kitchen. Er organisiert Veranstaltungen wie das monatliche Repair Café in der Stadt- und Landesbibliothek und bietet Workshops an.

Mehr Informationen zu den Projekten  der “machBar” und des Wissenschaftsladens Potsdam e.V. gibt es auf Facebook und der Website www.machbar-Potsdam.de. Finanziert werden die “machBar” und der Verein über Spenden.

Für weitere Informationen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung:

*++ Pressekontakt ++*

Wissenschaftsladen Potsdam e.V.
Martin Koll
martin.koll[aet]wissenschaftsladen-potsdam].[de
Friedrich-Engels-Str. 22
11473 Potsdam