Jugendfeuerwehr in der MachBar: Taktische Zeichen neu gedacht

In der MachBar Potsdam waren kürzlich Jugendwarte und Betreuer der Jugendfeuerwehr Babelsberg-Klein Glienicke zu Gast. Im Fokus stand ein Thema, das jede Feuerwehrausbildung begleitet: taktische Zeichen – diesmal jedoch nicht auf Papier, sondern als physisches, interaktives Lehrsystem.

Vom abstrakten Symbol zum greifbaren System

Auf den Tischen lagen keine klassischen Arbeitsblätter, sondern modulare, 3D-gedruckte Elemente: klare Linien, steckbare Komponenten und kombinierbare Bausteine. Damit lassen sich typische taktische Zeichen direkt darstellen und verändern:

  • Funktionen wie Truppmann, Truppführer oder Zugführer
  • Einheiten und Fahrzeuge
  • auch spezielle Objekte wie Schienenfahrzeuge

Die Teilnehmenden konnten die Zeichen selbst zusammensetzen, verschieben und neu kombinieren. Dadurch entsteht ein deutlich besseres Verständnis für Strukturen und Zusammenhänge als beim reinen Auswendiglernen.

Entwicklung durch Studierende der Uni Potsdam (LSWI)

Die Lehrkits wurden von Studierenden des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik (LSWI) der Universität Potsdam entwickelt. Ziel war es, ein System zu schaffen, das sowohl didaktisch sinnvoll als auch praktisch im Ausbildungsalltag einsetzbar ist.

In der MachBar wurde dieses System nun gemeinsam mit erfahrenen Jugendwarten getestet. Das Feedback floss direkt zurück in die Weiterentwicklung:

  • Welche Zeichen werden in der Praxis wirklich gebraucht
  • Welche Darstellungen sind sofort verständlich
  • Wo braucht es Anpassungen oder Erweiterungen

Für einen besonders amüsanten Moment sorgte ein Teilnehmer: Er setzte ein taktisches Zeichen für einen Zugführer-Zug zusammen – eine Kombination, die so in der Praxis nicht verwendet wird. Gerade das machte aber deutlich, wie modular das System aufgebaut ist: Auch ungewöhnliche, theoretisch denkbare Zeichen lassen sich problemlos darstellen und variieren.

3D-Druck als Schlüsseltechnologie

Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist der 3D-Druck. Die Bauteile sind so gestaltet, dass sie:

  • einfach reproduzierbar sind
  • flexibel erweitert werden können
  • auch vor Ort in der MachBar oder perspektivisch in den Feuerwehren selbst produziert werden können

Damit wird aus einem einmal entwickelten Lehrmittel ein offenes System, das sich weiterentwickeln lässt.

Teil des Jugendfeuerwehr Technischen Zentrums Potsdam

Die Veranstaltung ist Teil des Aufbaus des Jugendfeuerwehr Technischen Zentrums Potsdam. Ziel ist es, moderne Technologien wie 3D-Druck sinnvoll in die Ausbildung zu integrieren und neue Lernmethoden zu erproben.

Die MachBar bietet dafür die passende Umgebung: Werkstatt, Technik und Raum für Austausch zwischen Ehrenamt, Hochschule und Praxis.

Ausblick

Die Arbeit an den Lehrkits ist noch nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Die Rückmeldungen aus der Praxis zeigen, wie viel Potenzial in dem Ansatz steckt.

Die Baupläne und Modelle sollen zeitnah veröffentlicht werden, sodass andere Jugendfeuerwehren und Interessierte die Lehrkits selbst nachbauen und weiterentwickeln können.

Fazit

Die Kombination aus 3D-Druck, modularen Systemen und praktischer Ausbildung zeigt, wie Feuerwehrtraining moderner und zugänglicher gestaltet werden kann.

Was hier entstanden ist, ist kein fertiges Produkt, sondern ein offenes Werkzeug – entwickelt an der Universität, getestet in der Praxis und gedacht für den Einsatz in der Jugendfeuerwehr.