Session mit der Agentur Thüringen Kreativ in Erfurt

Mario Parade vom FabLab machBar Potsdam hielt am 15.5. zusammen mit Alexander Speckmann, DingFabrik (FabLab) Köln und Manuel Odendahl, Formlabs eine Vortrags-Session zum Thema :

Revolution oder Evolution? Chancen und Potentiale für die Kreativwirtschaft

Dazu gibt es ergänzend den folgenden Blog Post :

FabLabs und Bildung

Vor über 10 Jahren erschien das Buch von Janko Röttgers mit dem Namen „Mix Burn und R.I.P.“. Es beschrieb die damals anfangende Umwälzung der Musikindustrie durch Tauschbörsen wie Napster oder Audiogalaxy aber vor allem den Gedanken des Remixens bekannter Inhalte zu etwas neuen. Um jetzt etwas gewagt die Brücke zu schlagen, so findet in der heutigen Zeit etwas ähnliches in Bezug auf das Schaffen neuer Dinge statt. Es findet ein Remixens alter und neuer Technologien statt, mit dem Resultat das fast im Stundentakt neue Ideen und Produkte realisiert werden und Zugänge zu in weiter Ferne liegenden High-Technologien plötzlich greifbar werden. In den heute weltweit etwa 300 existierenden Fablabs wird dieser Gedanke gelebt , ergänzt um die Schlüsselwörter „Create, Make, Share“. Das heißt es ist explizit gewollt, dass nach der Phase des Machens, die des Weitergebens folgt. Damit ist im Grunde genommen ein bestimmter Bildungsgedanke vorprogrammiert, der nicht nur breite Zielgruppen ansprechen soll sondern auch von Anfang an interdisziplinär ausgelegt ist. MINT-Bildung heißt dies zumindest oft plakativ im deutschsprachigen Raum oder STEM (science, technology, engineering, and mathematics) in den angloamerikanischen Ländern.

Der Fablab Gedanke sieht nicht nur vor, dass eine Art Raum mit einer Ansammlung von Maschinen zur Verfügung steht, sondern vor allem auch dass mit diesem Raum der möglichst barrierefreie Zugang zu Technologie und zu einem gemeinsamen Entwickeln von Ideen geschaffen wird. Dabei ist noch nicht einmal eine gewisse technische Affinität notwendig, vielmehr geht es um die Schaffung von sozialen Kompetenzen um die Stufe des Do It Yourselve zum Do It Together zu überwinden.

Das Potsdamer FabLab wurde als Subprojekt des Wissenschaftsladens Potsdams vor etwa anderthalb Jahren aus der Taufe gehoben. Wissenschaftsläden verstehen sich als Mittler zwischen akademischer Welt und der Zivilgesellschaft und zwar bilateral. Das heißt es geht nicht nur darum Forschung und Wissen in die eine Richtung zu transferieren sondern auch Bedürfnisse aufzugreifen und wenn es möglich ist diese auch auch als konkrete Forschungsprojekte an Instituten zu initiieren oder es einfach selbst zu machen. In diesen Zusammenhang bildet ein FabLab einen idealen Ort dieses auch umzusetzen. Mit unserem Bildungsschwerpunkt versuchen wir diesen Weg zu gehen und Konzepte der sogenannten „Digital Fabrication“ mit Bildungsträgern umzusetzen. Dabei sind wir glücklicherweise nicht allein, denn diese Entwicklung findet an vielen Orten in der Welt gleichzeitig mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen statt, aber dennoch stark vernetzt und interagierend. Im Großraum Berlin existieren neben den Hackerspaces drei FabLabs flankiert von vielen Gruppen, die in diesem Bereich arbeiten.

Zu nennen wären hier Hackidemia – eine internationale Initiative, die sehr viele Workshops im Bereich Digital Fabrication und Programmierung für Kids anbietet oder auch die OpentechSchool. Im internationalen Bereich stellt die FabAcademy eine Art Fernausbildung dar, die in den jeweiligen FabLabs absolviert werden kann und einen sehr breiten interdisziplinären Charakter hat. In eine andere Richtung geht geht das FabLab@school Projekt der Universität Stanford, welches direkt in die Schulen geht.

Viele dieser Projekt bieten neue innovative Lernansätze, die wir und einige andere deutsche FabLabs aufgreifen und versuchen an die hiesige Situation anzupassen. Dazu gehören auch ganz profane Dinge, wie z.B. die Umsetzung eines 3D-Drucker Workshops an Schulen. In solch einen konkreten Fall, 3D-Druck ist noch keine „schnelle“ Technologie, an die Grenzen ebenjener und muss neue Workarounds und Tools entwickeln. Dies führt wiederum zu einfacheren User-Interfaces und einfacher Bedienung. Denn das Ziel sollte sein, dass nicht wir die Maschinen bedienen sondern die Nutzer. Wir stehen zwar noch am Anfang, die Lernkurve und die Faszination ist weiterhin hoch.

Mario Parade – mario.parade@wissenschaftsladen-potsdam.de

Linkliste :

  • FabLab Potsdam – www.machbar-potsdam.de
  • Hackidemia – http://www.hackidemia.com
  • Opentechschool – http://www.opentechschool.org
  • FabAcademy – http://www.fabacademy.org
  • FabLab@school – http://tltl.stanford.edu/projects/fablabschool

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